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Josef Moß
Caritasverband für die Diözese Osnabrück e. V.
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Dürre in Ostafrika
Langfristig helfen – das Prinzip von Caritas international bezieht sich eigentlich auf die Nachhaltigkeit der Hilfe. In Ostafrika ist es die Dauer der Dürrekatastrophe von mancherorts einigen Jahren, die auch eine langfristige Nothilfe erforderlich macht. Frühestens im
Oktober wird es wieder regnen. Und nur wenn die Niederschläge ausreichen, werden ab Februar die ersten Ernten eingefahren
werden.
Bis dahin wird das Hilfswerk der deutschen Caritas in Somalia, Kenia und Äthiopien weiterhin große Mengen Trinkwasser, Wasserentkeimungstabletten
und Lebensmittel verteilen. Dank der Spenden ist Caritas international glücklicherweise in der Lage, diese Projekte aufzustocken
und noch mehr Menschen zu helfen. Im Fokus der Nothilfe stehen die Schwächsten in der Bevölkerung: Kinder, Schwangere, alte
Menschen und Frauen mit Kleinkindern.
Die Hilfen der Caritas
In Somalia gehört Caritas international zu der handvoll Hilfsorganisationen, die in der Lage sind sowohl in den von der Regierung kontrollierten
Gebieten als auch in Milizengebieten helfen zu können. Möglich ist das dank der lokalen Hilfsorganisation DBG (Daryeel Bulsho
Guud = Hilfe für alle), die seit 1992 von Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt wird. Aktuell
werden dort Lebensmittel und Trinkwasser für 700.000 Euro im Gebiet der Al Shabab-Milizen verteilt sowie Tiefbrunnen gebohrt. Das 30 Mitarbeiter starke Team ist erfahren darin, für die notleidenden Menschen Hilfe im Bürgerkrieg zu leisten.
Das ist nur möglich, weil DBG sich strikt neutral und unabhängig verhält. Die Helfer sind überwiegend Muslime (nur ein Prozent
der Bevölkerung Somalias ist christlichen Glaubens). Die Organisation achtet zudem darauf, Mitarbeiter aus den verschiedenen
Clans einzustellen, um auch auf diese Weise ihre strikte Neutralität zu unterstreichen. Trotzdem ist die Hilfe in Somalia
gefährlich: So sind in den Jahren 2008 und 2009 drei Mitarbeiter ums Leben gekommen.
In einem gemeinsamen Brief des Kommisariats der Deutschen Bischöfe und der Bevollmächtigten des Rates der EKD an die Bundeskanzlerin Merkel bitten die Unterzeichner die Bundesregierung, sich für die Öffnung weiterer humanitärer Korridore in
Somalia einzusetzen.
In Äthiopien gibt es im Gegensatz zu seinen Nachbarstaaten eine halbwegs funktionierende Vorsorge gegenüber Dürrekatastrophen durch Staat und Hilfsorganisationen. Dieses Netzwerk kann im Notfall sieben Millionen hungernde Menschen versorgen. In diesem Spätsommer sind aber aufgrund mehrerer ausfallender Ernten zusätzlich weitere 4,5 Millionen Menschen auf Hilfe von außen angewiesen. Die Caritas versorgt zur Zeit 650.000 von ihnen mit Trinkwasser und Lebensmittelhilfen.
Die Versorgungslage in Kenia ist ebenfalls dramatisch. Die Vereinten Nationen sprechen von 3,75 Millionen Hunger leidenden Menschen, eingeschlossenen der sudanesischen Flüchtlinge in den Grenzregionen.
Im Südsudan sind besonders schwer die Regionen Lakes, Nord-Bahr-El-Ghazal, Ost-Equitoria, Warrap, Teile von Zentral-Equitoria und Jonglei betroffen, in denen in den vergangenen Monaten nur schwach und unregelmäßig Regen fiel. Die Caritas im Südsudan meldet, dass die Menschen in diesen Regionen außer am Mangel von Lebensmitteln auch unter den stark ansteigenden Preisen leiden. Hier unterstützt Caritas international die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Saatgut.
